Druckansicht - Mittwoch 22. Februar 2012

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Vorzeigeprojekt im St. Pöltner Tierheim

Das St. Pöltner Tierheim ist nicht nur in puncto Ausstattung am letzten Stand der Dinge. Auch in die Mitarbeiterentwicklung und damit umfassende Qualitätssicherung wird laufend investiert. Mit der anerkannten Hunde-Verhaltensberaterin Sheila Harper wurde nun ein Gesamtkonzept ausgearbeitet.


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Mag. Davor Stojanovic mit Rolfi, Hunde-Verhaltensberaterin Sheila Harper und Winny Boerman


Innerhalb der letzten vier Jahre wurden unter Obmann Mag. Willi Stiowicek über 300.000 Euro in die Infrastruktur des Tierschutzheimes investiert. Damit konnte zum 2008 errichteten Neubau mit großer Hundehalle, Quarantänestation, Tierarztzimmer und Sozialräumen für die Mitarbeiter auch der Altbau, in dem neben etwa 25 Hunden vor allem Katzen und Kleintiere untergebracht sind, an den hohen Qualitätsstandard, den der Obmann sich selbst und seinem Team auferlegt hat, angepasst werden.
„Der Weg ist damit jedoch noch lange nicht beendet, gerade erst konnten wir einen umfassenden Vertrag zur Schulung unserer Mitarbeiter abschließen“, berichtet Stiowicek. Ihm steht hier seine Gattin und Tierliebhaberin, Dr. Sibylle Manhart-Stiowicek, in Dolmetsch-Angelegenheiten zur Seite.


Mit freundlicher Genehmigung von unknown


Langfristiges Konzept für stressreduzierte Haltung und Resozialisierung
Sheila Harper hält  zahlreiche Vorträge und Ausbildungs-Workshops auf der ganzen Welt – von Dänemark bis Neuseeland. Nun werden die Mitarbeiter an einem international anerkannten Ausbildungsprogramm teilnehmen, das in Blöcken zu je vier Tagen über eineinhalb Jahre laufen wird. „Das Engagement der Mitarbeiter ist wirklich außergewöhnlich“, sagt Sheila Harper. „Und ohne diesen Einsatz wäre es nicht möglich, so gute Ergebnisse in einem so kurzen Zeitraum zu erzielen“, so Harper weiter. Begleitend dazu werden Maßnahmen gesetzt um den Aufenthalt speziell für verhaltensauffällige Hunde stressfreier zu gestalten und eine Resozialisierung bzw. einen Wiedereinstieg in ein intaktes „Familien-Rudel“ zu ermöglichen.
Diese reichen von baulichen Veränderungen wie Sichtschutzzäunen, Bepflanzungen im Freigelände und Lärmschutz in den Hundehallen bis hin zu einem geänderten Tagesablauf der Tiere mit absoluten Ruhezeiten. Diese haben bereits zu einer erheblichen Stressreduktion geführt, was sich vor allem im verbesserten Gesundheitszustand der Tiere zeigt. Durchfallerkrankungen sowie Haut-, Augen- und Ohrenprobleme sind deutlich zurückgegangen.

Unterstützt wird Harper bei diesem – in Österreich einzigartigen Projekt - von Tier-Profi Winny Boerman, die das Tierheim-Team auch an ihrer reichhaltigen Erfahrung als Tierheimleiterin in den Niederlanden, teilhaben lässt. Ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten im Umgang mit Hunden gibt sie in praktischen Übungen an die Mitarbeiter weiter.

Dreimal so viele Tierabnahmen wie im Vorjahr
Das Tierheim ist voll. Warum, verrät Willi Stiowicek: „Wir hatten 2011 dreimal so viele Tierabnahmen, wie im Vorjahr. Gerade bei den Listenhunden ist eine drastische Steigerung von über 100 Prozent zu verzeichnen – problematisch, bedenkt man, dass diese Hunde oftmals aufgrund von negativen Erfahrungen in ihrer Vergangenheit nur sehr schwer zu vermitteln sind.“

Im Jahr 2011 waren 256 Katzen, 189 Hunde, 111 Kleintiere und 152 Wildtiere im Tierheim in der Gutenbergstraße untergebracht. Personen, die für eines der Tiere ein passendes Zuhause haben, können sich von Montag bis Samstag, 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, unter der Telefonnummer 02742/77272 informieren.


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Tel.: 02742.772 72, Fax: 02742.772 724, E-Mail: office@tierschutzverein-stpoelten.at
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