Druckansicht - Mittwoch 22. Februar 2012

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Neue Massstäbe in der Tierheimhaltung

Ein Projekt des Tierheims St.Pölten

unknownEin Tierheim ist eine Notlösung - kein Tier fühlt sich wirklich wohl und manche  warten jahrelang auf ein neues Zuhause.  Hier leben Kreaturen, die oft misshandelt oder ausgesetzt wurden, die kein Vertrauen mehr in Menschen haben und schwer traumatisiert sind. Gerade Hunde leiden unter dem Aufenthalt in einem Tierheim besonders stark.

Wir haben daher ein Projekt ins Leben gerufen, das den Hunden helfen soll, sich hier so wohl wie möglich zu fühlen, ihren Stress abzubauen und an eigens auf sie abgestimmten Verhaltensprogrammen teilzunehmen, die ihnen eine Zukunft in einem neuen Zuhause ermöglichen. Betreut wird dieses Projekt seit Frühjahr 2011 von Sheila Harper und Winny Boermann, die nicht nur als Hundeexpertinnen weltweit anerkannt und tätig sind, sondern auch selbst jahrelange Erfahrung in der Mitarbeit und Leitung von Tierheimen haben. Im Vordergrund stehen allgemeine Managementmaßnahmen, die Schulung der Mitarbeiter, das Erarbeiten und Umsetzen von Verhaltensprogrammen für Problemhunde, bauliche Veränderungen und die Unterweisung freiwilliger Helfer (Spaziergeher) in den artgerechten Umgang mit den Tieren, um die Mitarbeiter fachkundig unterstützen zu können.


Die Bedürfnisse des Tieres stehen im Vordergrund und nicht die Bedürfnisse des Menschen, der mit ihm in Kontakt ist. Leider wird dies oft übersehen. Umgangsmethoden mit und Annährung aller Personen an das Tier, die Art der Unterbringung, die generelle Atmosphäre, Zeitdruck, Bewegungen um die Zwinger, sowie Ansprüche, die an Hunde und Mitarbeiter gestellt werden, leisten ihren Beitrag zur Höhe des allgemeinen Stressniveaus. Um die für dieses Projekt erforderlichen Maßnahmen (siehe oben) umsetzen zu können, sind längere Ruhezeiten für die Tiere erforderlich, damit ihre Erwartungshaltung und ihr Stresspegel nicht jeden Tag hinaufgeschraubt, unerwünschte Verhaltensweisen somit verstärkt und eine Resozialisierung unmöglich gemacht werden.


Die Reduzierung der Öffnungszeiten ist die offensichtlichste Maßnahme dieses Projekts, ist jedoch für das Wohlergehen der Hunde zwingend erforderlich. Die ausschließliche Verantwortung für die uns anvertrauten Tiere tragen wir, deshalb werden alle Entscheidungen in Absprache mit Experten, nach reiflicher Überlegung und zum Wohle unserer Schützlinge und Mitarbeiter getroffen, auch wenn sie manchmal mit persönlichen Wünschen und Vorlieben kollidieren. Das Tierheim ist ein Betrieb wie jeder andere mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen, die nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten so effizient wie möglich eingesetzt werden müssen. Wir sind kein Ort zur Wochenend- und Freizeitgestaltung und unsere Hunde sind keine Freizeitpartner, sondern oftmals verhaltensauffällige und damit unberechenbare Tiere, die in einem langwierigen Programm durch unsere geschulten Fachkräfte Vertrauen zu Menschen fassen müssen, um überhaupt eine Zukunft zu haben. Daher können manche Hunde nur von unseren Mitarbeitern betreut werden.


Wer uns in unserem Bemühen um mehr Lebensqualität der Hunde unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, an unseren Schulungen für Spaziergeher  (begrenzte Platzzahl) teilzunehmen. Einige Interessierte werden bereits ausgebildet, auch in anderen Bereichen sind positive Auswirkungen der ersten Änderungen spürbar. Unsere Hunde sind schon etwas ruhiger geworden, üben mit den Mitarbeitern in kleinen täglichen Trainingseinheiten, und bauliche Veränderungen wie Sicht- und Lärmschutz kommen letztendlich auch den Katzen und anderen Kleintieren zugute. Neue Wege zu gehen bedeutet auch, in gewohnten Bereichen umdenken zu müssen und vertraute Strategien zu hinterfragen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns durch Ihre Unterstützung auf diesem neuen Weg begleiten und das Tierheim damit nicht nur zu einem Ort der Verständigung zwischen Mensch und Tier, sondern auch zu einem beispielgebenden Vorzeigeprojekt machen.


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Info

Tierschutzverein St.Pölten

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